Das Magazin Die Interviews Noch Fragen?

Das Interview

Das Interview

   

 

Sarah Wiener
„Morgen bin ich vielleicht Zwetschkenpflückerin“

Interviewt von Simone Stribl

 

Interview1
 

Sind Sie vielleicht ein bisschen verrückt?

Wenn verrückt bedeutet „verrücken“, dann bin ich innerhalb der Norm etwas verrückt. Ich war schon immer anders und eigenwillig, aber ich habe nie Angst gehabt, anders zu sein. Ob das die Gene, die Erziehung oder die Erfahrungen sind, weiß ich nicht. Ich heiße ja nicht Sigmund Freud, sondern Sarah Wiener (lacht) – und es interessiert mich ja auch relativ wenig.

Hat der Ruhm etwas verändert?

Der Ruhm ändert genauso, wie Armut oder tiefes Unglück. Ich bemühe mich soweit es geht, den Ruhm zu ignorieren, weil ich sonst befürchte, dass der Ruhm mich in den Klammern hält, nicht ich ihn. Das Leben ist halt anders geworden. Aber mein Leben war immer anders. Ich bin ja auch noch nicht so alt. Naja, wie alt sind Sie?

21 Jahre alt.

So alt wie mein Sohn. Auf Sie wirke ich wahrscheinlich schon wie eine alternde Frau, die da sitzt und ihre Weisheiten vom Stapel lässt. Aber wenn ich mich in den Spiegel schaue, dann sehe ich nicht, dass ich alt bin. Manchmal schon. Da denkt man sich dann: „Oh Gott, habe ich viele Falten gekriegt.“ Aber in meinem Hirn bin ich auch 21. Das Leben ist so frisch, so voll und so prall. Das ist ja nur ein Abschnitt auf der Straße meines Lebens. Morgen bin ich vielleicht Zwetschkenpflückerin oder Biobäuerin.

 

   
   
     
     
 

Home
Kontakt
Impressum